Sonntag, 28. April 2013

Harzquerung 2013

Ich freu mich auf den Harz, die Querung ist etwas besonderes. 2010 bin ich die Strecke über 51 km durch dichte Wälder, über herrliche verspielte Bäche, für mich fast perfekte Singletrails, ordentliche uphills und downhills, sprich eine Spielwiese für Ultraläufer, schon einmal gelaufen.

Freitag nach Dienst starte ich direkt von der Arbeit in den Harz, die Fahrt ist lang und nach kapp 3h komme ich im schönen Wernigerode an. Schon unterwegs begrüßen mich überall die Hexen und verkünden die baldige Walpurgisnacht.
Traditionell gilt die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai ja als die Nacht, in der die Hexen insbesondere auf dem Brocken, aber auch an anderen erhöhten Orten ein großes Fest abhalten. Muß dabei gerade an den etwas beschwerlichen 83km langen Weg von mir auf den Brocken bei der Brocken Challenge im Februar denken und das es mit dem Hexenbesen bestimmt schneller geht...:-)

Seit 18 Uhr warten schon einige Lauffreunde von mir in einer Pizzeria in Wernigerode. Die Wiedersehensfreude ist groß und wir stimmen uns mit ein paar Bierchen auf den morgigen Lauf ein.
Inzwischen regnet es schon und so können wir dem Wetterbericht bestätigen, nass, kalt und mistig....

Mein Auto steht gegen über der Startnummernausgabe, ein guter Platz den ich mit vielen Gleichgesinnten teile für eine gute Nacht. Ich schlafe wie ein Stein und der Morgen weckt mich mit Dauerregen. Es ist schön kuschelig im Schlafsack und das angenehme blubbern des Gaskochers der meinen leckeren Kaffee braut, läßt mich fast wieder einschlafen.
 Der Start 8:30 Uhr ist zu einer humanen Zeit und die über 600 Läufer müssen über schmale Wege und Pfade gleich mal 4km nach oben, es ist schlammig, tlw. knöcheltief, steil und eng.
Trotz meiner guten und griffigen Trailschuhe rutsche ich auch aus und muß doch glatt mit meinen neongelben Handschuhen in den Schlamm greifen..;-( . Aber nach und nach lösen sich die Engpässe auf und es sollen auch meine einzigen Meter sein die ich gehen werde.
Da ich in einer Woche den German 100 Mile Trail Run mit fast 5000 Höhenmetern laufen werde soll die Harzquerung nochmal ein gutes Training sein. Ziel war nicht so schnell zu Laufen, dafür aber alle Anstiege durch zu Laufen. Außer dem Angangsstau hat es auch geklappt und ich war sehr zufrieden.

Die Wege erwiesen sich als technisch sehr schwierig und einige vielen dem auch zum Opfer. Stürze und steckenbleibende Schuhe im Schlamm waren nicht selten. Manchmal saugte der Schlamm förmlich an den Schuhen und ich merkte wie der Schuh im Matsch bleiben wollte. Steine, gespickt mit üblen Wurzelpassagen an Steilstücken die auch bei gutem Wetter schwierig sind und immer wieder tiefer Schlamm und Morast, forderten hohe Konzentration für den richtigen Weg. Meist war aber Augen zu und durch der beste Weg !

Später liess der Regen noch etwas nach und eigentlich waren die Temperaturen gut zum Laufen.

Nach dem Zieleinlauf im ehrwürdigen Albert Kuntz Sportpark ging es später mit dem Bus zurück nach Wernigerode.
Alles in allem eine gelungene und tolle Harzquerung die immer wieder Laufenswert ist.




Kommentare:

  1. Für einen lockeren Trainingslauf, warst du aber gut drauf. Es war schon heftig dieses Jahr!

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  2. Naja locker ist ja auch nicht ganz der richtige Ausdruck, die Berge wollten schon erstmal erlaufen werden, aber heute ist alles gut, nichts tut weh, das ist ein gutes Zeichen.
    Und heftig war's auf alle Fälle, solche Schlammschlachten haben aber auch was, naja so lange nichts passiert natürlich !!

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  3. Toller Artikel, und super Leistung. Ich glaube ich werde da nächstes Jahr auch mal mitlaufen. Bin schon gespannt wie das dan wird. Lg. tammy

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